Irrtümer der Allgemeinbildung


Das glaubte man so lange, bis 1911 alte ifnisschichten von dem nächtlich düsteren Bildnis entfernt wurden. Darunter fand man leuchtende Farben. In Wahrheit hatte Rembrandt (1606 – 69) keine nächtliche Szene gemalt, sondern ein Gruppenbild einer Amsterdamer Gewehrschützengilde. Den Porträtierten jedoch gefiel das Bild nicht, und so landete es in einem Archiv und setzte Patina an. Als das Amsterdamer Rijksmuseum 1891 das Gemälde des inzwischen hochberühmten Malers aus dem Keller holte, gab man ihm den damals passend erscheinenden Titel Nachtwache.

Sie ist das Highlight jeder Folterkammer: die „Eiserne Jungfrau“, in deren Inneren angeblich die Deliquenten langsam durchbohrt wurden. Erfunden wurde sie im 19. Jahrhundert. Damals erst erhielten die „Jungfrauen“ ihre tödlichen Stacheln. Im Mittelalter dagegen dienten sie lediglich als „Schandmäntel“, in denen der Verurteilte eingesperrt und der Menge zum öffentlichen Beleidigen freigegeben wurde.

Die Luftfeuchtigkeit hat keinen Einfluss darauf, wie stark wir schwitzen. Schwitzen ist eine Reaktion des Körpers auf Überhitzung, und die wird in Grad gemessen. Bei trockener Hitze jedoch verdunstet der Schweiß so schnell, dass wir oft kaum merken, dass wir schwitzen. Es entsteht sogar eine angenehme Kühlung durch den verdunstungsvorgang. Ist die Luft jedoch mit Feuchtigkeit gesättigt, dann kann sie den Schweiß kaum aufnehmen. Er klebt am Körper und der Kühlungseffekt bleibt aus.

Ein Biotop ist ein Ort, an dem sich eine bestimmte Lebensgemeinschaft (Biozönose) von Pflanzen und Tieren gebildet hat, die spzeiell an deiesen Ort angepasst und miteinander im Gleichgewicht ist. Ein Gartenteich kann ein Biotop sein – aber nur, wenn er nicht gepflegt werden muss, weil sich alle Kreisläufe von alleine regeln. Wer Pflanzen zurückschneiden, Wasser ablassen oder Algen abfischen muss, damit das ökologische Gleichgewicht nicht kippt, der hat kein Biotop im Garten.

455 v. Chr. nahm der germanische Stamm der Vandalen Rom ein und plünderte die Stadt 14 Tage lang. Dabei scheinen sie allerdings relativ wenige Gebäude niedergebrannt und auch kein größeres Blutbad angerichtet zu haben. Spätere Eroberer wie die Normannen (1084) oder die Truppen Karls V. (1527) haben Rom weit schlimmer heimgesucht. Der Grund für den Überfall auf Rom war die Ermordung des vandalischen Bündnispartners Valentinian III. (419 – 455). Möglicherweise waren sie sogar von seiner Witwe Eudoxia (um 422 – 462 v. Chr.) zu Hilfe gerufen worden.

Die Sixtinische Madonna hängt weder in der Sixtinischen Kapelle noch wurde sie von demselben Papst in Auftrag gegeben wie die Kapelle. Raffael (1483 – 1520) malt die Madonna im Auftrag von Papst Julius II. als Geschenk für die Kapelle S. Sisto (Heiliger Sixtus) in Piacenza. 1754 kaufte Friedrich August II. von Sachsen (1696 – 1763) das gemälde, und deshalb ist die Madonna heute in der Gemäldegalerie Alter Meister in Dresden zu bewundern.

Das Felleisen, mit dem früher wandernde Gesellen und Handwerksburschen herumgezogen sind, war aus ganz normalem Leder gefertigt. Auch mit Eisen hatten die Gepäckstücke nichts zu tun. Der Name war eine Verballhornung von „Valise“, dem französischen Wort für Gepäck.

Der größte Bär und gleichzeitig das größte Landraubtier ist der Kodiakbär, der in Alaska lebt. Er wird bis zu drei Meter groß und 850 Kilogramm schwer. Kodiaks sind darüber hinaus auch noch erstaunlich schlank für Bären und sehr schnell. Eisbären dagegen wiegen etwa 650 Kilogramm und werden ebenfalls rund drei Meter lang. Fast genauso groß wird der sibiriesche Kamtschatka-Bär. Eher ien Leichtgewicht ist der berüchtigte, amerikanische Grizzly mit etwa 350 Kilogramm. Er ist übrigens auch der einzige Bär, der nicht klettern kann.

Wissenschaftliche Logik ist völlig unabhängig von den Inhalten einer Aussage. Die Logik sucht nach Gesetzen, die bei richtiger Anwendung zwangsläufig zu wahren Aussagen führen. Das kann auch mit Platzhaltern geschehen. Zum Beispiel: „Für alle A trifft B zu. C ist ein A. Also trifft C auch für B zu.“

Viele Details aus Homers Ilias zeigen deutlich, dass die ursprüngliche Erzählung vom Trojanischen Krieg aus vorgriechischer Zeit stammt. So wird z. B. nicht im Liegen gegessen, sondern im Sitzen, und die Schiffe können bei Gegenwind nicht segeln. Diese Details deuten darauf hin, dass Tjoa von den Mykenern angegriffen wurde. Die mykenischen Fürsten lebten in stark befestigten Brugen auf dem Peleponnes, wurden wohl durch Raubzüge reich und dominierten ab dem 16. Jahrhundert v. Chr. den Mittelmeerhandel. Etwa ab 11 v. Chr. machte die Einwanderung der griechischen Stämme ihrer großen Kultur aber ein Ende.

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